Munnar – Thekkady

100km, 3,5h durchs Gebirge geschlängelt und es hat sich gelohnt. Zwei erstaunliche Dinge hier: Das Christentum ist mit vielen Kirchen stark vertreten und Kerala wird seit Jahrzehnten kommunistisch regiert – einzige Demokratie wo es tatsächlich zu funktionieren scheint! Auf jeden Fall ist ein erheblicher, positiver Unterschied zu Delhi, Agra und Rajasthan seh- und spürbar. Kurz vor unserem sehr guten Hotel einen halbstündigen Elefantenritt auf einer 25jährigen Dame gemacht, die als ehemaliges Arbeits- und Lastentier im Rentenalter nur noch Touristen tragen darf. Dies machte sie seelenruhig und ohne zu murren. Morgen geht’s in den Periyar National Park mal ein wenig Trekken, gar nicht so typisch indisch – die lassen sich gerne ab 10 Meter Distanz fahren.

Munnar und Streik

Nach dem gestrigen Frustrationsnachmittag folgte heute die positive Überraschung. Am Morgen hiess es lokaler Streik, unser Chauffeur könne (oder wolle) uns nicht nach Munnar (60’000 Einw.) fahren. Somit würden wir hier einen Tag festsitzen, da keine Busverbindung und ansonsten niemand fahren dürfe. Wir sind dann mal los und haben ein paar Einheimische angequatscht. Anfangs hiess es auch „not possible“, doch nach Beratung in der Runde, erklärten sich zwei Jungs bereit uns mit dem Motorrad hochzufahren. Diese fuhren uns dann mit Begeisterung während 4h durch die wunderschönen Teefelder, zu Aussichtspunkten und nach Munnar auf 1500hm. Dort besuchten wir das sehenswerte Teemusem und hätten beinahe freilebende Elefanten gesehen. 5 Stück befanden sich in der Nähe von Häusern, was für einigen Aufruhr bei den Einwohnern gesorgt hat, leider war näher zu gehen zu gefährlich. Nach der einmaligen Sightseeingtour luden uns die zwei dann noch zum Volleyballmatch am Abend ein. Da angekommen wurden wir speziell begrüsst als „erste Ausländer an einem Match“ und durften uns sogar zu den „VIP’s“ setzen.

Kochi – Munnar

130km, 4h um 9:30h Start in Kochi (600’000 Einw.) in die Berge der Western Gats in ein zu sehr abgelegenes Hotel in der Nähe von Munnar auf 1’000hm. Die angegebenen Teeplantagen haben wir noch nicht gesichtet, dafür wollte unser Fahrer uns in ein „Wonder Village“, so eine Art Disneyland „Naturerlebnispark“ mit künstlicher Animation für indische Familien, schleppen. Auch sollten wir eine Jeep-Jungle-Safari für teures Geld buchen – unsere Alarmglocken schrillten sofort und ein ernstes Gespräch folgte. Wir sind jetzt genügend auf diese reinen Kommissionsgeschäfte sensibilisiert – morgen Erkundung auf eigene Faust. Punkt!